Auf
der
Website des renommierten Weinversenders "Pinard
de
Picard", der auch Olivenöl anbietet, fand ich einen
interessanten Bericht über Olivenanbau im Himalaya durch ein
deutsch-nepalesisches Ehepaar, das mit seinem Projekt viele (nicht nur
klimatische)
Widerstände zu überwinden hatte. Hartmut Bauder und seine
Frau wollen unter anderem dazu beitragen, eine neue Nahrungs-
und
Einkommensquelle für
die dortige ländliche Bevölkerung zu erschließen. ![]() Die Olivenhaine liegen auf einer Höhe zwischen 1700 und 2000 Meter im Chitlang Valley. Die ersten Bäume aus provencalischer und toskanischer Herkunft wurden 1996 gepflanzt. Inzwischen produzieren die "Himalaya Plantations" ihr eigenes Olivenöl. Erste Folgeprojekte anderer Farmer gibt es auch bereits. Allerdings machen Pilzerkrankungen vor allem im Monsunregen den nepalesischen Olivenbäumen zu schaffen. |
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Als
ich nach einem Namen für meine Website suchte, fand ich im
Internet eine "Colony Olivenhain" an der
Westküste der USA, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Mexiko. Dort
hatten sich 1884 siebenundsechzig deutschsprachige Siedler
niedergelassen - mit der Absicht, im südlichsten Kalifornien
Oliven anzubauen. Aus dem Olivenprojekt wurde jedoch nichts, einer der
Koloniegründer war ein Betrüger, der mit schlechtem Boden ein
Vermögen gemacht hat, es gab nicht genügend Wasser und die
Kolonie löste sich nach Streitigkeiten teilweise wieder auf. Aber
einige der Siedler waren ähnlich zäh wie der Olivenbaum, den
sie sich zum Symbol gewählt hatten, und bald gab es sogar eine
eigene Schule. Heute leben etwa 1500 Familien in Olivenhain, das nun
zur Stadt Encinitas gehört, einmal jährlich wird Ende April
das "Bratwurst and Beer Fest" gefeiert - zur Erinnerung an die
Gründergeneration aus Deutschland. Dank moderner Bewässerung
wächst inzwischen Wein in Olivenhain. Und einige Olivenbäume
gibt es auch schon. Hat nur ein bisschen länger gedauert, als
geplant. Sehr sympatisch finde ich, dass die Leute von Olivenhain
gerade um das Recht auf einen nächtlichen Sternenhimmel
kämpfen gegen einen Supermarktneubau in der Nachbarschaft, der mit
protzigen Illuminationen den Nachthimmel für sich reklamieren
möchte. |
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⇒ EINE KLEINE GESCHICHTE DES OLIVENANBAUS IN DEUTSCHLAND |
Dass
ich
zu
einem
vernünftigen
Preis
täglich
in
meiner
Küche
erfahren
kann,
was
gutes
Olivenöl
bedeutet,
verdanke
ich
"arteFakt.
Das
Olivenöl", einer von Conrad Bölicke gegründeten
Firma aus Wilstedt bei Bremen, die in
Anlehnung an die Potsdamer "Teekampagne" seit 1998 ihre
"Olivenöl-Kampagne" durchführt. Die Wilstedter und einige
weitere Oliven-Enthusiasten haben inzwischen auf Kreta und in
Apulien
historisch und ökologisch wertvolle Olivenhaine und eine
Olivenmühle erworben, die über Patenschaften und Spenden
unterstützt werden können. Besonders angetan hat es mir auch
ein frühes Motto der Firma: "Landeplätze für Geistwesen
schaffen". Was auf eine Sentenz Hermann Brochs anspielt, nicht auf Ufos
oder spiritistische Geistererscheinungen. |
Wir
können,
ja
müssen
davon
ausgehen,
dass
in
der
Antike
der
eine
oder
andere
heimwehkranke
römische
Gutshofbesitzer
auch
ohne
amtliche
Genehmigung
(solche
sind
nur
zu
Weinbergen
dokumentiert)
in
den
Provinzen
Germania
Superior
und Germania Inferior versucht hat, Olivenbäume
heimisch zu machen. Obergrombach mit den Resten einer
südexponierten großen römischen Gutsanlage, einer
"villa rustica", im Gewann "Steinhaufen" beim
"Remmerich" (die Abbildung zeigt eine Rekonstruktion der Heizanlage im
Küchenkomplex von Hans Rott) ist sicherlich ein Kandidat für
einen solchen aller-allerersten
Olivenhain in unserer Region. Ebenso natürlich der Kölner
Raum.
Inzwischen ist auch bekannt, dass zur Römerzeit die Alpen bis in
Höhen von 2800 Meter eisfrei waren. In Mitteleuropa dürften
die Winter daher erheblich milder gewesen sein als heute. "Une production d'huile en Belgique et en Germanie?", fragt Jean-Pierre Brun in seinem Werk "Archéologie du vin et de l'huile en Gaule romaine" 2005. Allerdings vertieft er das Thema dann nicht, er begnügt sich mit einem Hinweis auf Nussöl. Zu dünn sei die Faktenlage vorläufig noch, differenzierte chromatographische Untersuchungen von lokal produzierten Ölamphoren auf breiter Basis seien durchzuführen. Es gibt allerdings in historischen Dokumenten keinerlei Hinweise auf Olivenhaine an der Mosel, während zu den Moselweinbergen der Römerzeit zahlreiche verwaltungstechnische, literarische und archäologische Belege existieren. Angesichts des Klimaoptimums im Mittelalter könnte es durchaus sein, dass im Bereich Germaniens einige Olivenbäume der Römer, die das Pessimum der Völkerwanderungszeit überstanden hatten, weiter kultiviert wurden oder später Klöster auf der Basis ihrer sozialen und kulturellen Beziehungen zum Mittelmeerraum einzelne Pflanzen einführten. Hildegard von Bingen empfahl im 12. Jahrhundert Olivenöl und Tee aus Olivenblättern als Heilmittel - was die Vermutung nahelegt, dass sie diese Blätter auch unmittelbar in ihrem Kloster zur Verfügung hatte. |
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| Der
allererste
Olivenhain in Deutschland seit der "kleinen Eiszeit" vom 15. bis zum
19. Jahrhundert wurde angeblich Anfang der 40er Jahre des 20.
Jahrhunderts in der Vorderpfalz, bei Neustadt, angelegt - erfror jedoch
in den darauf folgenden Wintern.
Angesichts der Klimadaten der Zeit könnte ein solcher Versuch eher
Ende der 30er Jahre stattgefunden haben nach einer Serie milder
Winter und unter dem Diktat nationalsozialistischer
Autarkievorstellungen. Mit dem Winter 1939/40 begann eine Folge sehr
strenger Winter in der Region. Bitte melden Sie
sich, wenn Sie dazu
genauere Informationen haben! |
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| Den
ersten
(und vorläufig nördlichsten) Olivenhain Deutschlands haben
2005
die
Baumschulinhaber Heinz und
Michael Becker sowie der Olivenölhändler Stephan Marzak
auf dem Gelände der Baumschule Becker in Pulheim-Stommeln bei
Köln
angelegt. Die Bäume stammten teilweise aus der Olivenbaumsammlung
Marzaks, der nach verschiedenen Presseberichten
die treibende Kraft hinter dem Projekt war und bereits Anfang der
90er Jahre über sein Unternehmen sortenechte
Olivenbäume in Deutschland verkaufte. 2006 und 2007 fanden auf dem
Gelände der Baumschule "Olivenblütenfeste" statt und Anfang
2008 konnte schon die erste Ernte von 25 Kilogramm vermarktet werden.
Der Bestand umfasste 2007/08 ca. 110 Bäume auf 1000 qm - wobei 45
Bäume neu gepflanzt waren, also noch nicht nennenswert fruchten
konnten. Im
Frühjahr 2008 trennten sich die Partner und die Brüder Becker
betrieben dann mit einem Teil des Bestandes und Neupflanzungen den Hain
alleine weiter. Diesem Olivenhain verdanke ich meine erste Begegnung mit jungen, ausgepflanzten Olivenbäumen in Deutschland - zunächst im Internet, dann draußen im Leben. Am 9. Mai 2008 besuchte ich die Baumschule Becker und Michael Becker erklärte mir, wie der Hain gepflegt wird. Im Kofferraum nahm ich 8 Leccino und 8 Olivastra Seggianese als "Heister" (Pflanzbäume) zurück mit nach Obergrombach. Beides in der Toskana heimische Sorten, die sich in Pulheim schon bewährt hatten - und dann auch bei mir bewährten. Der
Winter
2008/2009
hat
dem
Hain
sehr
zugesetzt.
Obgleich
etwa
dreißig
Bäume
der
Sorten
Leccino
und
Seggianese
noch
Vitalität
zeigten,
haben
die
Beckers
beschlossen,
am
8.
Mai
2009
einen
radikalen
Neuanfang
zu
starten
- ausschließlich mit
Jungbäumen dieser Sorten. Dafür gibt es gute Gründe.
Nach dem Katastrophenwinter 1984/85 hat sich in der Toskana gezeigt,
dass
Neupflanzungen innerhalb weniger Jahre frostgeschädigte Altanlagen
im Ertrag überholen konnten. Das Bild zeigt die Neuanlage mit
Beachball-Feld Anfang Mai 2009.Nach dem wiederum sehr strengen Winter 2009/10 ist auf der Homepage der Beckers von Neupflanzungen auch älterer Bäume zu lesen. Von Frostschäden nichts - im Gegenteil wird verlautet, dass die Bäume sich dem hiesigen Klima "angepasst" haben. Die Beckers haben also beschlossen, das Projekt "nördlichster Olivenhain" weiter zu verfolgen und zugleich irreführende Aussagen zum Überleben von Olivenbäumen in strengen hiesigen Wintern zu verbreiten. Glückwunsch zum einen - zum anderen kann ich nur sagen: schade. Damit schaden sie der Sache, zugunsten der PR. Als "Vorbilder" haben sie für mich ausgedient. |
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Aus dem
ersten spaltete sich Anfang 2008 der nun in gewissem Sinne älteste
Olivenhain Deutschlands ab, nachdem es zwischen den Brüdern Becker
und Stephan Marzak zu
Meinungsverschiedenheiten gekommen war. Stephan Marzak
von "Olive e Più" übersiedelte einen Teil des von ihm
eingebrachten Bestandes auf
das Gelände der Baumschule "La Cava" in
Köln-Widdersdorf - darunter die ältesten in Deutschland aus
italienischem Pflanzgut groß gewordenen Olivenbäume. Der
Hain steht auf einem Gelände von etwa 2000 qm und zählte 2008
etwa 180 Bäume. ![]() Nach meiner Visite bei den Beckers besuchte ich im Mai 2008 "La Cava" und fand dort mit Christian Schmitt einen engagierten Betreuer des gerade angelegten neuen Hains. Auch in Köln-Widdersdorf hat der Winter 2008/09 grausame Spuren hinterlassen. Die erfrorenen Jungbäume wurden ersetzt durch Leccino und Canino (eine als robust geltende Sorte aus Mittelitalien), ältere Bäume zurückgeschnitten in der Hoffnung, dass sie neu austreiben. Im Vordergrund der Aufnahme vom 8. Mai 2009 sind die zurückgeschnittenen Bäume zu sehen, im Hintergrund die Neupflanzung. Laut Pressemitteilung von "Olive e Più" vom November 2009 haben "fast alle" Überlebenden aus dem Wurzelstock wieder neu ausgetrieben. An den Neupflanzungen wurde Ende 2009 auch eine "Olivenernte" zelebriert. |
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| Den
größten
Olivenhain Deutschlands nahm Ende 2008 ein Tourismus- und
Altenheimunternehmen in Gangelt-Kreutzrath bei Aachen in Arbeit. Dabei
handelt
es sich um eine Anlage mit geplanten 460 alten bis uralten
Olivenbäumen aus
Portugal, die zuhause Baumaßnahmen im Wege gewesen waren. Laut Pressebericht
gehört die Anlage zu einem Freizeitpark mit Ferienwohnungen und
Gastronomie. |
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Ende 2008 habe ich auf Naxos einige Neuanlagen
und Altbestände von Olivenhainen studiert.
Besonders beeindruckend
waren die Oliven von diesem Baum rechts. Wenn man nur leicht an ihnen
rieb, lief
schon üppig sehr aromatisches Öl über die Finger. Der
Hain
wurde nur noch zur
Beweidung
durch Ziegen genutzt. Diese Tiere fressen auch leidenschaftlich gerne
Olivenzweige,
sofern sie rankommen können. In manchen Bäumen steckten
noch alte, rostige, halbeingewachsene Eisengitter, um die Ziegen davon
abzuhalten, in die Kronen
hineinzuklettern. Auf Naxos sah ich auch junge Olivenbäume, die in Mulden gesetzt waren. Der Besitzer erklärte mir, dass er dies zur besseren Wasserversorgung gemacht habe. |
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Bei
einer
Reise
in
die
Toskana
vom
17.
bis
31.
März
2009
besuchte
ich
die Azienda Sperimentale di Santa
Paolina in Follonica,
Versuchsgut des toskanischen Olivenanbaus und weltweit bekanntes
Zentrum der
Olivenforschung, mit dem Genbestand von 140 regionalen Olivensorten!
Der ausgesprochen nette Institutsleiter Claudio Cantini und seine
Kollegen gaben mir Tipps zur Steigerung der Frostresistenz
(ausreichende Versorgung mit Kalium), zum Baumschnitt (s. Riccardo
Gucci/Claudio Cantini: Pruning and Training Systems for Modern Olive
Growing) und zur Propfung von Oliven. Von vier für meine Zwecke
interessanten Olivensorten bekam ich Zweige mit, um daraus zuhause
Pflanzen zu ziehen bzw. zu propfen. |
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Am
21. März 2009 lernte ich einen Olivenhain in
der Nähe von Arezzo kennen, in welchem zwei Sorten wachsen,
die
sowohl
den
Frostwinter
1955/56
als
auch
den
von
1984/85
überstanden
haben.
Während
1956
der
Februar
mit
Frösten
zugeschlagen
hatte,
wurden
1985
in
der
Toskana
fast
alle
Olivenbestände
durch
eine
Januar
und
Februar
übergreifende
Frostperiode ruiniert. Olivenbauer Virgilio Ciceroni, eine beeindruckende Persönlichkeit, manövrierte mich in seinem unverwüstlichen Lada Niva durch die Hügel bei Molin Nuovo und zeigte mir, wie die ertragsorientierte Sorte Frantoio nach 1985 neu aus den Wurzeln austreiben musste, während Morcone und Gentile Nero d'Anghiari mit dem Austrieb von 1956 oder dem noch älteren Stamm überlebten. Ciceroni hat nun im Alter eine Leidenschaft für jene traditionellen Olivensorten entwickelt, die von seiner Generation durch ertragreichere Sorten ersetzt worden waren. An diesem Tag (Frühlingsanfang) schneite es im Olivenhain - und die Außentemperaturen sind an Ciceronis Kleidung abzulesen! |
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Und noch einer.
An der Mosel hat ein Ehepaar aus Köln im Frühjahr 2009 einen
Olivenhain mit 200 Bäumen türkischer Herkunft auf 4000
Quadratmetern angelegt, bei Pünderich.
Der
Hain
liegt
in
einem
Weinberggelände
direkt
am
Fluss,
mit
einem
Boden,
der
"reich
ist
an
Schiefergebröckel",
wie
ein
römischer
Autor
im
6.
Jahrhundert
schrieb.
Die
Betreiber
der
Anlage
sind
nebenberuflich
im
Olivenölhandel
tätig
und besitzen bereits seit einigen Jahren einen Olivenhain mit 400
Bäumen
in
der Türkei/Sirinçe. Die Prognosen für den
Mosel-Olivenhain
sind wegen
der temperaturausgleichenden Wirkung des Flusses und dank des
wärmespeichernden "Schiefergebröckels" sehr günstig.
Als Winterschutz waren Stroheinhüllungen geplant - was ich
für sehr sinnvoll halte, wenn die Windverhältnisse das
möglich machen. 2010 möchte
die Familie mit Freunden
einen weiteren Olivenhain in der Pfalz auf Lössboden anlegen. |
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Und
noch ein
weiterer.
Nach
den
Prophezeihungen
des
Heiligen
Malachias
aus
dem
12.
Jahrhundert
steht
das
Pontifikat
von
Benedikt
XVI.
bekanntlich
unter
dem
Zeichen
des
Olivenbaums
("De
Gloria Olivae"). Ob dies der
Grund ist
dafür, dass nun in vielen Gegenden Deutschlands Menschen daran
denken,
einen Olivenhain anzulegen? Im Juli 2009 erreichte mich eine Mail von
Bernd Fischer, der
in Freiburg ein Gasthaus mit dem verheißungsvollen Namen "Zur
Sonne"
betreibt. Fischer hat im September 2008 mutig 90 Heister der Sorten
Leccino und Frantoio in ein Ackergelände gepflanzt und im Winter
ganz ohne Schutz belassen. Wie er schreibt, haben nur 5 Exemplare den
Extremfrost 2008/09 nicht überlebt, was ganz
erstaunlich ist - insbesondere vor dem Hintergrund, dass erst im
September gepflanzt wurde. Auf dem
Foto rechts vom Juli 2009 kann man gut Neuaustriebe
erkennen. |
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| Über
Ostern
2010
reiste
ich
wieder
in
die
Nordtoskana
und
verbrachte
auch einige Stunden in der
wunderbaren "Biblioteca
comunale Forteguerriana" von Pistoia aus dem 16. Jahrhundert.
In Cosimo Trincis "L'agricoltore sperimentato" von 1763 fand ich
beeindruckende Beschreibungen von extremen Frostereignissen seit 1216,
die den
Olivenbestand der Region vernichteten. Und Giovanni Presta, ein
kluger und noch heute gelesener Mediziner und Agronom des 18.
Jahrhunderts, schreibt in "Degli
ulivi, delle ulive e della maniera di cavar l'olio" von den
Olivenanbauländern, in welchen das Thermometer im Winter
häufig bis -8 oder gar -10 Grad sinkt. Bei ihm entdeckte ich zu
Griechenland auch den bemerkenswerten
Satz "ha l'inverno siccome l'ha la Germania" - und zwar "a motivo dei
frequenti ed altissimi nevosi monti e delle vaste e profonde valli".
Eine Aussage, die durchaus auch für Teile der nördlichen
Toskana
gilt, wie ich auch in diesem Winter wieder feststellen musste, als ich
am 09. April auf 1600 Meter Höhe vor einer völlig
eingeschneiten Berghütte stand. Die Schneegrenze lag bei etwa 1400
Meter (Südosthang). Am 11. April schneite es bis herab auf etwa
1000 Meter. Und doch stehen auch in der "Pesciatiner Schweiz"
Olivenhaine. Und von dort habe ich mir einige Bäume
mitgebracht. |