Auf
der
Website des renommierten Weinversenders "Pinard
de
Picard", der auch Olivenöl anbietet, fand ich einen
interessanten Bericht über Olivenanbau im Himalaya durch ein
deutsch-nepalesisches Ehepaar, das mit seinem Projekt viele (nicht nur
klimatische)
Widerstände zu überwinden hatte. Hartmut Bauder und seine
Frau wollen unter anderem dazu beitragen, eine neue Nahrungs-
und
Einkommensquelle für
die dortige ländliche Bevölkerung zu erschließen. ![]() Die Olivenhaine liegen auf einer Höhe zwischen 1700 und 2000 Meter im Chitlang Valley. Die ersten Bäume aus provencalischer und toskanischer Herkunft wurden 1996 gepflanzt. Inzwischen produzieren die "Himalaya Plantations" ihr eigenes Olivenöl. Erste Folgeprojekte anderer Farmer gibt es auch bereits. Allerdings machen Pilzerkrankungen vor allem im Monsunregen den nepalesischen Olivenbäumen zu schaffen. |
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2006
startete
der
Unternehmer
Michael
Hoppe
in
Namibia
sein
Projekt
"Steps
for
Children".
Ziel
war
die
Einrichtung
von
"Einkommen
erzielenden
Projekten",
um
Hilfe
für
Waisenkinder,
in
der
Regel
Aids-Waisen,
langfristig
und
nachhaltig
zu
ermöglichen.
Für die Gemeinde Okakarara entwickelte er in
enger Abstimmung mit und Beratung durch erfahrene Projektträger
der Region und die Gemeindeverwaltung sowie die informellen
traditionellen
Führer ein Konzept für ein Kinderdorf mit Schule und
verschiedene Einrichtungen wie Internetcafé, Fahrradwerkstatt
und Gemüsegärtnerei. Langfristig soll die Finanzierung des
Projektes über einen Olivenhain
gesichert werden, der Anfang 2009 aufgebaut wurde. Von den
traditionellen Chiefs wurde das Projekt von Hoppe und seinen
Mitstreitern gebilligt mit dem Satz: „Wir heißen dich und dein
Projekt in Okakarara
willkommen. Der Abdruck, den dein Fuß hier im Sand
hinterlässt, wird
niemals vom Winde verweht." |
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Karsten
Förster
hat
auf
und
um
Schloß
Rattey
in
Mecklenburg-Vorpommern
den
Olivenhain-Traum
auch
ohne
Olivenbäume
verwirklicht,
er
setzt
unter
anderem
auf
Ölweiden.
Mit
viel
Enthusiasmus ist er dabei, auf seinem Gelände einen Paradiesgarten
zu schaffen, unter den harten Mecklenburgischen
Klimaverhältnissen. Wobei er sich auch der Catoschen
Idee vom "Landbau als Lebensstil" verbunden sieht. Dass ihn nicht nur
Oliven begeistern, sondern auch der Weinbau, macht sein Projekt
für mich doppelt vorbildlich. Er war es, der den Mecklenburger
Landwein gegen alle bürokratischen Hindernisse wiederbelebt
und durchgesetzt hat - und damit das nördlichste Weinbaugebiet in
Deutschland. Chapeau! |
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Als
ich nach einem Namen für meine Website suchte, fand ich im
Internet eine "Colony Olivenhain" an der
Westküste der USA, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Mexiko. Dort
hatten sich 1884 siebenundsechzig deutschsprachige Siedler
niedergelassen - mit der Absicht, im südlichsten Kalifornien
Oliven anzubauen. Aus dem Olivenprojekt wurde jedoch nichts, einer der
Koloniegründer war ein Betrüger, der mit schlechtem Boden ein
Vermögen gemacht hat, es gab nicht genügend Wasser und die
Kolonie löste sich nach Streitigkeiten teilweise wieder auf. Aber
einige der Siedler waren ähnlich zäh wie der Olivenbaum, den
sie sich zum Symbol gewählt hatten, und bald gab es sogar eine
eigene Schule. Heute leben etwa 1500 Familien in Olivenhain, das nun
zur Stadt Encinitas gehört, einmal jährlich wird Ende April
das "Bratwurst and Beer Fest" gefeiert - zur Erinnerung an die
Gründergeneration aus Deutschland. Dank moderner Bewässerung
wächst inzwischen Wein in Olivenhain. Und einige Olivenbäume
gibt es auch schon. Hat nur ein bisschen länger gedauert, als
geplant. Sehr sympatisch finde ich, dass die Leute von Olivenhain
gerade um das Recht auf einen nächtlichen Sternenhimmel
kämpfen gegen einen Supermarktneubau in der Nachbarschaft, der mit
protzigen Illuminationen die Nacht für sich reklamieren
möchte. |
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Dass
ich
zu
einem
vernünftigen
Preis
täglich
in
meiner
Küche
erfahren
kann,
was
gutes
Olivenöl
bedeutet,
verdanke
ich
"arteFakt.
Das
Olivenöl", einer von Conrad Bölicke gegründeten
Firma aus Wilstedt bei Bremen, die in
Anlehnung an die Potsdamer "Teekampagne" seit 1998 ihre
"Olivenöl-Kampagne" durchführt. Die Wilstedter und einige
weitere Oliven-Enthusiasten haben inzwischen auf Kreta und in
Apulien
historisch und ökologisch wertvolle Olivenhaine und eine
Olivenmühle erworben, die über Patenschaften und Spenden
unterstützt werden können. Besonders angetan hat es mir auch
ein frühes Motto der Firma: "Landeplätze für Geistwesen
schaffen". Was auf eine Sentenz Hermann Brochs anspielt, nicht auf Ufos
oder spiritistische Geistererscheinungen. |
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Die
Sch ülerfirma
"Oliventraum"
nennt als eine ihrer Aufgaben: "Verbindet Menschen". Und in der Tat
leistet das Bildungsprojekt der Stauferwerkrealschule Weinsberg
Erstaunliches. Beteiligung bei der Olivenernte und bei der Pressung,
Marketing und Verkauf von Olivenöl aus der Gemeinde Lucca Sicula
auf Sizilien stehen im Zentrum des Projektes, das 2010 gestartet wurde.
Im Oktober 2010 waren die beteiligten Schülerinnen und
Schüler der 8. und 9. Klasse bei der Olivenernte auf Sizilien
selbst mit dabei. Danach standen sie regelmäßig auf dem
Wochenmarkt in Weinsberg mit Olivenöl aus Lucca Sicula und anderen
Produkten von dort wie Orangenmarmelade und Honig. Oktober 2011 startet
mit einer weiteren Erntereise die nächste Runde.Neben konkreten Erfahrungen mit einer kompletten Wertschöpfungskette steht auch der Erwerb von Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, kultueller Offenheit und Leistungsbereitschaft auf dem Lehrplan. |
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Wir
können,
ja
müssen
davon
ausgehen,
dass
in
der
Antike
der
eine
oder
andere
heimwehkranke
römische
Gutshofbesitzer
auch
ohne
amtliche
Genehmigung
(solche
sind
nur
zu
Weinbergen
dokumentiert)
in
den
Provinzen
Germania
Superior
und
Germania
Inferior
versucht
hat,
Olivenbäume
heimisch
zu
machen.
Obergrombach
mit
den
Resten
einer
südexponierten
großen
römischen
Gutsanlage,
einer
"villa
rustica",
im
Gewann
"Steinhaufen"
beim
"Remmerich"
(die
Abbildung
zeigt
eine
Rekonstruktion
der
Heizanlage
im
Küchenkomplex
von Hans Rott) ist sicherlich ein Kandidat für
einen solchen aller-allerersten
Olivenhain in unserer Region. Ebenso natürlich der Kölner
Raum.
Inzwischen ist auch bekannt, dass zur Römerzeit die Alpen bis in
Höhen von 2800 Meter eisfrei waren. In Mitteleuropa dürften
die Winter daher erheblich milder gewesen sein als heute. "Une production d'huile en Belgique et en Germanie?", fragt Jean-Pierre Brun in seinem Werk "Archéologie du vin et de l'huile en Gaule romaine" 2005. Allerdings vertieft er das Thema dann nicht, er begnügt sich mit einem Hinweis auf Nussöl. Zu dünn sei die Faktenlage vorläufig noch, differenzierte chromatographische Untersuchungen von lokal produzierten Ölamphoren auf breiter Basis seien durchzuführen. Es gibt allerdings in historischen Dokumenten keinerlei Hinweise auf Olivenhaine an der Mosel, während zu den Moselweinbergen der Römerzeit zahlreiche verwaltungstechnische, literarische und archäologische Belege existieren. Angesichts des Klimaoptimums im Mittelalter könnte es durchaus sein, dass im Bereich Germaniens einige Olivenbäume der Römer, die das Pessimum der Völkerwanderungszeit überstanden hatten, weiter kultiviert wurden oder später Klöster auf der Basis ihrer sozialen und kulturellen Beziehungen zum Mittelmeerraum einzelne Pflanzen einführten. Hildegard von Bingen empfahl im 12. Jahrhundert Olivenöl und Tee aus Olivenblättern als Heilmittel - was die Vermutung nahelegt, dass sie diese Blätter auch unmittelbar in ihrem Kloster zur Verfügung hatte. |
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| Der
allererste
Olivenhain in Deutschland nach der "kleinen Eiszeit" vom 15. bis zum
19. Jahrhundert wurde angeblich Anfang der 40er Jahre des 20.
Jahrhunderts in der Vorderpfalz, bei Neustadt, angelegt - erfror jedoch
in den darauf folgenden Wintern.
Angesichts der Klimadaten der Zeit könnte ein solcher Versuch eher
Ende der 30er Jahre stattgefunden haben nach einer Serie milder
Winter und unter dem Diktat nationalsozialistischer
Autarkievorstellungen. Mit dem Winter 1939/40 begann eine Folge sehr
strenger Winter in der Region. Bitte melden Sie
sich, wenn Sie dazu
genauere Informationen haben! |
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| Den
ersten
(und vorläufig nördlichsten) Olivenhain Deutschlands haben
2005
die
Baumschulinhaber Heinz und
Michael Becker sowie der Olivenölhändler Stephan Marzak
auf dem Gelände der Baumschule Becker in Pulheim-Stommeln bei
Köln
angelegt. Die Bäume stammten teilweise aus der Olivenbaumsammlung
Marzaks, der nach verschiedenen Presseberichten
die treibende Kraft hinter dem Projekt war und bereits Anfang der
90er Jahre über sein Unternehmen sortenechte
Olivenbäume in Deutschland verkaufte. 2006 und 2007 fanden auf dem
Gelände der Baumschule "Olivenblütenfeste" statt und Anfang
2008 konnte schon die erste Ernte von 25 Kilogramm vermarktet werden.
Der Bestand umfasste 2007/08 ca. 110 Bäume auf 1000 qm - wobei 45
Bäume neu gepflanzt waren, also noch nicht nennenswert fruchten
konnten. Im
Frühjahr 2008 trennten sich die Partner und die Brüder Becker
betrieben dann mit einem Teil des Bestandes und Neupflanzungen den Hain
alleine weiter. Diesem Olivenhain verdanke ich meine erste Begegnung mit jungen, ausgepflanzten Olivenbäumen in Deutschland - zunächst im Internet, dann draußen im Leben. Am 9. Mai 2008 besuchte ich die Baumschule Becker und Michael Becker erklärte mir, wie der Hain gepflegt wird. Im Kofferraum nahm ich 8 Leccino und 8 Olivastra Seggianese als "Heister" (Pflanzbäume) zurück mit nach Obergrombach. Beides in der Toskana heimische Sorten, die sich in Pulheim schon bewährt hatten - und dann auch bei mir bewährten. Der
Winter
2008/2009
hat
dem
Hain
sehr
zugesetzt.
Obgleich
etwa
dreißig
Bäume
der
Sorten
Leccino
und
Seggianese
nach
Auskunft
der
Beckers
noch
Vitalität
zeigten,
haben
sie
beschlossen,
am
8.
Mai
2009
einen
radikalen
Neuanfang
zu
starten
-
ausschließlich
mit
Jungbäumen
dieser
Sorten.
Dafür
gibt
es
gute
Gründe.
Nach
dem
Katastrophenwinter
1984/85
hat
sich
in
der
Toskana
gezeigt,
dass
Neupflanzungen
innerhalb
weniger
Jahre
frostgeschädigte
Altanlagen
im
Ertrag
überholen konnten. Das Bild zeigt die Neuanlage mit
Beachball-Feld Anfang Mai 2009 - bei meinem zweiten Besuch aufgenommen,
als ich mich davon überzeugen musste, dass vom einst wundervollen
Altbestand nichts
mehr stand!Nach dem wiederum sehr strengen Winter 2009/10 ist auf der Homepage der Beckers von Neupflanzungen auch älterer Bäume zu lesen. Von Frostschäden nichts - im Gegenteil wird verlautet, dass die Bäume sich dem hiesigen Klima "angepasst" hätten. Die Beckers haben also beschlossen, das Projekt "nördlichster Olivenhain" weiter zu verfolgen und zugleich irreführende Aussagen zum Überleben von Olivenbäumen in strengen hiesigen Wintern zu verbreiten. Glückwunsch zum einen - zum anderen kann ich nur sagen: schade. Der Sache wird damit nicht gedient. Auch eine Überarbeitung der Olivenhain-Seite 2011 bleibt bei vagen, irreführenden Angaben. |
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Aus dem
ersten spaltete sich Anfang 2008 der in gewissem Sinne älteste
Olivenhain Deutschlands ab, nachdem es zwischen den Brüdern Becker
und Stephan Marzak zu
Meinungsverschiedenheiten gekommen war. Stephan Marzak
von "Olive e Più" übersiedelte einen Teil des von ihm
eingebrachten Bestandes auf
das Gelände der Baumschule "La Cava" in
Köln-Widdersdorf - darunter die ältesten in Deutschland aus
italienischem Pflanzgut groß gewordenen Olivenbäume. Der
Hain steht auf einem Gelände von etwa 2000 qm und zählte 2008
etwa 180 Bäume. ![]() Nach meiner Visite bei den Beckers besuchte ich im Mai 2008 "La Cava" und fand dort mit Christian Schmitt einen engagierten Betreuer des gerade angelegten neuen Hains. Auch in Köln-Widdersdorf hat der Winter 2008/09 grausame Spuren hinterlassen. Die erfrorenen Jungbäume wurden ersetzt durch Leccino und Canino (eine als robust geltende Sorte aus Mittelitalien), ältere Bäume zurückgeschnitten in der Hoffnung, dass sie neu austreiben. Im Vordergrund der Aufnahme vom 8. Mai 2009 sind die zurückgeschnittenen Bäume zu sehen, im Hintergrund die Neupflanzung. Laut Pressemitteilung von "Olive e Più" vom November 2009 haben "fast alle" Überlebenden aus dem Wurzelstock wieder neu ausgetrieben. An den Neupflanzungen wurde Ende 2009 eine "Olivenernte" zelebriert. Nach dem Winter 2009/2010 wurde auf ein Olivenblütenfest mit Hinweis auf erneute Frostschäden verzichtet. Eine Entscheidung, die Respekt verdient! Danach wurde das Projekt Olivenhain hier eingestellt. Gärtnerisch werden allerdings weiterhin Olivenbäume unterschiedlichen Alters, darunter beeindruckende Solitäre, angeboten. |
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| Den
knorrigsten
Olivenhain Deutschlands nahm Ende 2008 ein Tourismus- und
Altenheimunternehmen in Gangelt-Kreutzrath bei Aachen in Arbeit. Dabei
handelt
es sich um eine Anlage mit 160 alten bis uralten
Olivenbäumen aus
Portugal, die zuhause Baumaßnahmen im Wege gewesen waren. Laut Pressebericht
gehört die Anlage zu einem Freizeitpark mit Ferienwohnungen und
Gastronomie. 2009 gepflanzt ist nach zwei strengen Wintern der Hain komplett erfroren und er wird nun September 2011 auf Initiative des Unternehmerehepaares Karin und Johannes Heinrichs in einen Holzskulpturen-Park verwandelt. Dazu wurde ein Symposion für Holzbildhauer ausgeschrieben. |
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Und
noch einer.
An
der
Mosel
hat
ein
Ehepaar
aus
Köln
im
Frühjahr
2009
einen
Olivenhain mit 200 Bäumen türkischer Herkunft auf 4000
Quadratmetern angelegt, bei Pünderich.
Der
Hain
liegt
in
einem
Weinberggelände
direkt
am
Fluss,
mit
einem
Boden,
der
"reich
ist
an
Schiefergebröckel",
wie
ein
römischer
Autor
im
6.
Jahrhundert
schrieb.
Die
Betreiber
der
Anlage
sind
nebenberuflich
im
Olivenölhandel
tätig
und besitzen bereits seit einigen Jahren einen Olivenhain mit 400
Bäumen
in
der Türkei/Sirinçe. Die Prognosen für den
Mosel-Olivenhain
sind wegen
der temperaturausgleichenden Wirkung des Flusses und dank des
wärmespeichernden "Schiefergebröckels" grundsätzlich
günstig.
Als Winterschutz wurden Stroheinhüllungen eingesetzt. Die Wurzeln
von 75% der Heister haben, wie
berichtet
wird, den ersten Winter überlebt. 2010 hat
die Familie mit Freunden
einen weiteren Olivenhain mit 100 Pflanzen bei Zell in der Pfalz auf
Lössboden angelegt. Zu Frostschäden schweigen sich die
Schäfers auf ihrer Homepage höflich aus. |
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Und noch ein
weiterer.
Nach
den
Prophezeihungen
des
Heiligen Malachias
aus
dem
12.
Jahrhundert
steht
das
Pontifikat
von
Benedikt
XVI.
unter
dem
Zeichen
des
Olivenbaums
("De
Gloria Olivae"). Ob dies der
Grund ist
dafür, dass nun in vielen Gegenden
Deutschlands Menschen daran
denken,
einen Olivenhain anzulegen? Im Juli 2009 erreichte mich eine Mail von
Bernd Fischer, der
in Freiburg ein Gasthaus mit dem verheißungsvollen Namen "Zur
Sonne"
betreibt. Fischer hat im September 2008 mutig 90 Heister der Sorten
Leccino und Frantoio in ein Ackergelände gepflanzt und im Winter
ganz ohne Schutz belassen. Wie er schreibt, haben nur 5 Exemplare den
Extremfrost 2008/09 nicht überlebt, was ganz
erstaunlich ist - insbesondere vor dem Hintergrund, dass erst im
September gepflanzt wurde. Auf dem
Foto rechts vom Juli 2009 kann man gut Neuaustriebe
erkennen. Fischer ist auch 2011 noch engagiert dabei und hat nun auch
eine eigene Homepage zum "Hochdorfer
Olivenhain".Die Region Kaiserstuhl hat nach meiner Einschätzung (Mai 2011) gute Chancen, den ersten stabilen Olivenhain in Deutschland zu etablieren. Denn die aktuelle Klimaentwicklung produzierte in den vergangenen drei Wintern eisige Troglagen von Norden her, deren Zungen bis in den Raum Heidelberg/Karlsruhe vordrangen - und mich (gewiss auch die Kölner) viel Nerven gekostet haben. |
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Ende 2008 habe ich auf Naxos einige Neuanlagen
und Altbestände von Olivenhainen studiert.
Besonders beeindruckend
waren die Oliven von diesem Baum rechts. Wenn man nur leicht an ihnen
rieb, lief
schon üppig sehr aromatisches Öl über die Finger. Der
Hain
wurde nur noch zur
Beweidung
durch Ziegen genutzt. Diese Tiere fressen auch leidenschaftlich gerne
Olivenzweige,
sofern sie rankommen können. In manchen Bäumen steckten
noch alte, rostige, halbeingewachsene Eisengitter, um die Ziegen davon
abzuhalten, in die Kronen
hineinzuklettern. Auf Naxos sah ich auch junge Olivenbäume, die in Mulden gesetzt waren. Der Besitzer erklärte mir, dass er dies zur besseren Wasserversorgung gemacht habe. |
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Bei
einer
Reise
in
die
Toskana
vom
17.
bis
31.
März
2009
besuchte
ich
die Azienda Sperimentale di Santa
Paolina in Follonica,
Versuchsgut des toskanischen Olivenanbaus und weltweit bekanntes
Zentrum der
Olivenforschung, mit dem Genbestand von 140 regionalen Olivensorten!
Der ausgesprochen hilfsbereite Institutsleiter Claudio Cantini und
seine
Kollegen gaben mir Tipps zur Steigerung der Frostresistenz
(ausreichende Versorgung mit Kalium), zum Baumschnitt (s. Riccardo
Gucci/Claudio Cantini: Pruning and Training Systems for Modern Olive
Growing) und zur Propfung von Oliven. Von vier für meine Zwecke
interessanten Olivensorten bekam ich Zweige mit, um daraus zuhause
Pflanzen zu ziehen bzw. zu propfen. |
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Am
21. März 2009 lernte ich einen Olivenhain in
der Nähe von Arezzo kennen, in welchem zwei Sorten wachsen,
die
sowohl
den
Frostwinter
1955/56
als
auch
den
von
1984/85
überstanden
haben.
Während
1956
nur
der
Februar
mit
Frösten
zugeschlagen
hatte,
wurden
1985
in
der
Toskana
fast
alle
Olivenbestände
durch
eine
Januar
und
Februar
übergreifende
Frostperiode
ruiniert.
Olivenbauer Virgilio Ciceroni, eine beeindruckende Persönlichkeit, manövrierte mich in seinem unverwüstlichen Lada Niva durch die Hügel bei Molin Nuovo und zeigte mir, wie die ertragsorientierte Sorte Frantoio nach 1985 neu aus den Wurzeln austreiben musste, während Morcone und Gentile Nero d'Anghiari mit dem Austrieb von 1956 oder dem noch älteren Stamm überlebten. Ciceroni hat nun im Alter eine Leidenschaft für jene traditionellen Olivensorten entwickelt, die von seiner Generation durch ertragreichere Sorten ersetzt worden waren. An diesem Tag (Frühlingsanfang) schneite es im Olivenhain - und die Außentemperaturen sind an Ciceronis Kleidung abzulesen! |
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Über
Ostern
2010
reiste
ich
wieder
in
die
Nordtoskana
und
verbrachte
auch
einige
Stunden
in
der
wunderbaren
"Biblioteca
comunale
Forteguerriana"
von
Pistoia
aus
dem
16.
Jahrhundert.
In
Cosimo
Trincis
"L'agricoltore
sperimentato"
von
1763
fand
ich
beeindruckende
Beschreibungen
von
extremen
Frostereignissen
seit
1216,
die
den
Olivenbestand
der
Region
regelmäßig vernichtet haben. Und
Giovanni Presta, ein
kluger und noch heute gelesener Mediziner und Agronom des 18.
Jahrhunderts, schreibt in "Degli
ulivi, delle ulive e della maniera di cavar l'olio" von
Olivenanbauländern, in welchen das Thermometer im Winter
häufig bis -8 oder gar -10 Grad
sinke (wohlgemerkt: geschrieben
zur Zeit der "kleinen Eiszeit"). Bei ihm entdeckte ich zu
Griechenland auch den bemerkenswerten
Satz "ha l'inverno siccome l'ha la Germania" - und zwar "a motivo dei
frequenti ed altissimi nevosi monti e delle vaste e profonde valli".
Eine Aussage, die in der Tendenz durchaus auch für Teile der
nördlichen
Toskana
gilt, wie ich in diesem Winter erneut feststellen musste, als ich
am 09. April 2010 auf 1600 Meter Höhe vor einer völlig
eingeschneiten Berghütte stand. Die Schneegrenze lag bei etwa 1400
Meter (Südosthang). Am 11. April schneite es bis herab auf etwa
1000 Meter. Und doch stehen auch in der "Pesciatiner Schweiz"
bei Pistoia Olivenhaine. Und von dort habe ich mir vier
Pflanzbäume (Bianchera und Leccio del Corno)
im Fluggepäck mitgebracht. In einem Bergdorf auf 650 Meter
Höhe sah ich bei einer Wanderung eine an der Basis interessant
eingepackte Olive (s. Foto). |