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TAGEBUCH 2026


02. Januar 2026 Das ist also nun mal wieder ein "milder" Winter, -3 Grad Abweichung vom mittleren Höchstwert seit 1970 aktuell. Gestern habe ich ein Vlies über den Spalierrahmen für die kleinen Arbequinas geworfen, gegen den erwarteten Schnee bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bei strammem Südwind hielt es. In der Nacht drehte der Wind zunehmend Richtung West, mit Böen um 60 kmh, gegen 22 Uhr haben wir das wild flatternde und bereits verrutschte Vlies mit Mühe wieder abgenommen. Und nun hat es in der Nacht feucht geschneit. Ein übles Wetter für Oliven.

Oliven in Öl
              eingelegt nach dem Entbittern 08. Januar 2026Aber auch was Nettes gibt es zu berichten: Nach sieben Wochen Einlegen sind nun auch die Aglandaous verzehrbereit! Salzwasser abgießen, Spülen mit klarem Wasser und sparsam Begießen mit Olivenöl, dem Nostrale-Öl von Maximus/Rigali. Köstlich! Nach dem Begießen mit Öl gut schütteln, damit alle Oliven gleichmäßig mit Öl benetzt sind - nicht in Öl ertränken! Und ab in den Kühlschrank, das Öl wird dann geleeartig und haftet an den Oliven (s. Foto links).

Frostig nach
                Schneefall am 3. Januar 20263. Januar 2026 Kleiner Spaziergang im Hain. Die Oliven sind schon wieder schnee-/eisfrei, im Gelände liegt noch etwas Weiß. Am großen Rosmarin jede Menge neuer Blütenknospen, die nur auf die nächsten wärmeren Tage warten.

Zweistellige Minustemperaturen sind vorläufig nicht zu erwarten. Stommeln steht wieder einige Grad besser da als wir hier, das ist gut für den Olivenhain dort. In Ihringen scheint es überraschenderweise kälter als bei uns, seit und für einige/n Tage/n.

06. Januar 2026 Die angekündigte Erwärmung bleibt erstmal aus. Gestern und heute fiel erneut kräftig Schnee auf die Oliven. Wir haben nun eine Abweichung um -7 Grad vom Mittel zu Dreikönig! Die durchschnittliche Höchsttemperatur am 6. Januar seit 1970 beträgt 5 Grad plus.

07. Januar 2026 Für den kommenden Sonntag, 11. Januar, werden nun -8 Grad angekündigt, von denen gestern noch nichts zu sehen war! Ich habe das große Vlies (6.50x4.80 Meter) wieder über den Streuobstrahmen für die Arbequinas geworfen und hoffe, dass es nicht erneut stürmisch wird vor oder mit den zu erwartenden Regen- und Eistagen.

08. Januar 2026 Närrisch. Ab Mitternacht werden schwere Stürme erwartet auch hier. Die Temperaturen steigen in der Nacht massiv an. Dann sollte ich das inzwischen nasse Vlies wohl wieder abnehmen. Schöne Beschäftigung! Aber ich bin ja noch am Üben mit dem Spaliervlies .... Und mit den zarten Arbequinas.

Als ich im Dunkeln über rutschigen Schneematsch zum Olivenhain hochstapfte, kamen mir Erinnerungen an die ersten vier Winter 2008/09 bis 2011/12, die Ausnahmewinter, kalt, schneereich, kulminierend in zwei Wochen mit zweistelligen Minustemperaturen im Februar 2012. So kalt wars heute allerdings nicht, aber für mich sorgenvoll. Was wird in diesem bizarren Winter aus den kleinen Arbequinas, die schon im eher harmlosen Winter 2024/25 gelitten haben mit zahllosen Frostrissen? Ihre Blätter haben sie schon fast alle verloren.

Was war nun an diesem Winter bisher so auffallend und für die Oliven belastend? Wir hatten bereits mehrere kurze Phasen mit stärkerem Frost (weniger als -5 Grad), mit jeweils teilweise beträchtlichen Zwischenerwärmungen: Im November 2025 mit insgesamt -0,5 Grad Abweichung vom Mittel 1991-2020 hatten wir vom 21. bis zum 23. einen Frost mit maximal -6,7 Grad. Im Dezember mit einer Abweichung von +0,3 Grad kamen insgesamt 17 Nächte mit Minusgraden, dabei vom 25. bis zum 31. eine durchgängige Frostphase mit -8,6 Grad als tiefste Temperatur. Der Januar bescherte uns dann eine Eisphase vom 03. bis zum 08. mit einer Tiefsttemperatur von -8,2 Grad am 05.01.2026. Alle Werte von der Station Rheinstetten bei Karlsruhe. Und nun droht nach einer Erwärmung bis +10 Grad am kommenden Sonntag, den 11.01., ein weiterer Frost bis runter auf -8 Grad. Und davor gibts Regen, was die Gefahr von Frostrissen extrem erhöht. Und Starkwind, der das Ausbringen von Schutzvlies fast unmöglich macht in meiner ausgesetzten Lage.

Es sind Bedingungen wie diese, die auf absehbare Zeit einen ökonomisch sinnvollen Olivenanbau in Deutschland nach meiner Einschätzung unmöglich machen - Stommeln/Kölner Bucht ist die einzige potentielle Ausnahme, die ich bislang erkenne. Bedingungen im Übrigen, die auch in Nord- und Mittelitalien dem Olivenanbau zunehmend Probleme bereiten. Laut Klagen vor Ort bei meiner Italienreise im vergangenen September gilt dies seit etwa 2008. Dem Jahr also meiner ersten Olivenpflanzung mit gleich nachfolgend vier sehr schwierigen Wintern 2008/09 bis 2011/12.

Wir sollten uns also hüten, Aussagen wie "frosthart bis -18 Grad", "die Sorte hat den Frost von 1956 überlebt" oder "da wo diese Sorte heimisch ist, gibt es auch öfter mal strenge Fröste" allzu hoch zu werten. Es ist der Unterschied, der den Unterschied macht ...

09. Januar 2026 Zu den Wetterprognosen habe ich eine kleine Übersicht zusammengestellt mit den 16-Tages-Prognosen vom 06. bis zum 09. Januar 2026 von der Seite <wetter.com>. Sie zeigt, wie wenig wir uns für die Frostschutzplanung auf Prognosen mit mehr als drei Tagen Vorlauf verlassen können!

Wetterprognosen 06. bis 09. Januar 2026

Mit Blick auf den erwartbaren Sonntagsfrost habe ich einen dritten Versuch mit dem Vlies für die Arbequinas gestartet, bei strammem Südwind, der die Vliesanbringung sehr erleichterte, aber einen solchen Druck auf das Vlies aufbaute, dass ich es wieder abnehmen musste, da die starken 80mm-Holzpfosten zu ächzen begannen. Ich muss also gestaffelt vorgehen künftig bei der Spalieranlage: zunächst die Pflanzen einzeln einhüllen einlagig. Und erst bei Tieffrost Richtung zweistellig ein Vlies über alles werfen, das Bodenfrost und Strahlungskälte reduziert. Denn bei Tieffrost ist extrem selten mit Starkwind zu rechnen. Zumindest bislang ... Ideal wäre sicherlich ein Vlies mit Lüftungsklappen, aber das ist finanziell "kaum darstellbar", wie es so schön heißt. Eventuell kommt ein durchbrochener Stoff in Frage. Zumindest als erste Lage.

10. Januar 2026 Mein Einsatz für die Arbequinas kam vielleicht zu spät. Beim Einpacken der Einzelpflanzen vor der nächsten Frostphase am morgigen Sonntag nach massiver Erwärmung habe ich gerade Frostrisse an den Stämmchen entdeckt, die von diesem Winter stammen. Leider liefert Flavio Spallacci keine älteren Arbequinas, nur die zweijährigen Heister mit sehr dünnen Stämmchen. Auch bei anderen Lieferanten kann ich nicht fündig werden. Bleibt mir also nur, einige Arbequinas im Gewächshaus erst einmal stabiler zu ziehen. Dazu genügen dann ja auch die preisgünstigen "Talee" vom ersten Jahr, die es für etwa 5 Euro gibt!

Vliesabdeckung der Arbequinas 11. Januar 2ß26Die Wetterlage dreht heute von Südwest auf Nordost - und dazwischen schneit es einmal wieder feucht.

Die Prognosen für Sonntag, heute morgen noch -5 Grad, sagen inzwischen nur noch -3 Grad voraus! Ich bin gespannt, was es morgen wirklich sein wird!

11. Januar 2026 Nun bleibt es also glücklich bei den -3 Grad und ab morgen schon wird es wieder - verhalten - wärmer. Wind wieder aus südlichen Richtungen. Bei einem Gang durch den Hain muss ich entdecken, dass nicht nur die Arbequinas, sondern auch wieder Tanche und Ghiacciola teils massive Frostrisse selbst an stärkeren Ästen abbekommen haben! Das Vlies bei den Arbequinas hängt nun gut (Foto links), allerdings war es nicht notwendig. Ich nehme das als Generalprobe - für Zeiten ohne Sturm. Wichtig war es, eine windstabile Klammerbefestigung an den Pfosten hinzubekommen. Das ist mit Hilfe eines Kunststoffrohres mit dem Durchmesser der Pfosten gelungen, das ich mit breitem Spalt aufgesägt habe.

13. Januar 2026 Am Abend habe ich rasch das Vlies abgenommen, ehe es regnet. Es war schon wieder schön trocken! Ich erwarte allerdings nicht, dass nun schon der Frühling kommt, auch wenn es sich so anfühlt. Ich möchte vielmehr bald die Frostrisse am stärkeren Holz verarzten. Mit Bastbinden und Holzbalsam. Ehe ich dann vor dem nächsten Frost, einer wohl längeren Ostwindlage, zumindest die Arbequinas wieder einpacke.

15. Januar 2026 Bei strahlendem Sonnenschein verarzte ich in der Mittagszeit die Frostrisse. Die gute Nachricht vorweg: Die eine Tanche von 2021 und die beiden Ghiacciolas von 2021 zeigen (noch) keine Frostrisse. Aber von den drei Tanche-Oliven von 2024 sind zwei stark im Kronenbereich geschädigt. Desgleichen eine von den beiden 2024er Ghiacciolas. Und die schlechteste, allerdings erwartbare, Nachricht: Alle drei Arbequinas von 2024 sind sehr stark betroffen, zwei davon auch im Stammbereich. Schäden gibt es nebenbei auch auf der sonnenabgewandten Seite. Die bei herkömmlichen Obstbäumen gängige Erklärung von Frostrissen mit der Sonneneinstrahlung nach Kälte greift also nicht 1:1. Kalken hätte nichts gebracht, lediglich Einhüllen. Möglicherweise könnte Kalken das Aufbrechen von Schädigungen unter der Rinde verhindern - an den Arbequina-Stämmen sehe ich vereinzelt lineare Grate, die einen latenten Frostriss anzeigen könnten.

Ich muss nach den bisherigen Erfahrungen davon ausgehen, dass weitere Schäden sich erst spät im Frühjahr zeigen, wenn der Neuaustrieb durchstartet. Und der Winter ist noch nicht vorbei, wie sich schon zum Wochenende zeigen wird, glücklicherweise ohne Regen davor.

Lehrreich: Der Winter 2024/25 mit -13 Grad Tiefsttemperatur hat den Arbequinas längst nicht so geschadet wie der bisherige Winterverlauf 2025/26 mit "nur" minimal -8,6 Grad!

16. Januar 2026 Zweiter sonniger, zweistellig warmer Tag. Vlies wieder ausgebracht für die Arbequinas, da erneut Fröste drohen - obgleich ich wenig Hoffnung habe, dass denen noch zu helfen ist. Ich muss mich vorbereiten darauf, auch andere Oliven einzuhüllen, es könnte rasch zweistellig werden nach den Prognosen!

Interessante Beobachtung: Viele der Oliven haben ihre Blätter mit der Unterseite nach Süden gestellt!! Als wollten sie die Sonne abwehren. Die Unterseite ist ja weit heller als die Oberseite, nimmt weniger Wärme auf. Und enthält weniger Chlorophyll. Verdunstet aber auch stärker. Haben sie nasse Füße - oder wollen sie den Stoffwechsel runterfahren?

22. Januar 2026 Vor wenigen Tagen noch wurde gewarnt vor der "Sibirischen Kälte" Ende Januar. Zweistellig sollte es - vielleicht - werden, auch hier bei uns im Südwesten. "The Beast from the East" hieß eine gerne verwendete Formel, die mich sehr beunruhigte. Davon ist nichts mehr zu hören. Größeres Einpacken bleibt mir also - vorläufig - erspart. Die niedrigste Temperatur dieser Tage waren bei mir oben vergangene Nacht -2,5 Grad bei der Hütte.

Am 17. wurde bei <wetter.com> für den Monatswechsel noch eine Tiefsttemperatur von -12 Grad für den 29. prognostiziert, am 18. waren es gerade noch -7 für den 30., am 20. wurde der Tiefstwert auf den 01. Februar verschoben, mit bescheidenen -3 Grad. Und heute sind davon noch -1 Grad geblieben für den 29. Januar. Die Wetternachrichten warnen allerdings ganz allgemein vollmundig heute vormittag vor "bis zu -17 Grad in eisiger Nacht": Ein kleiner Zipfel im Südosten Deutschlands, in den Bergen bei Passau, könnte in der Tat am morgigen Freitag in der Früh so kalt werden.

24. Januar 2026 Die Prognosen für die kommenden zwei Wochen stehen weiterhin vorrangig auf Temperaturen über null Grad! Und zum Vergleich aktuell mal wieder ein Blick zu meinen Referenzen, während es hier in Bruchsal um die Mittagszeit 2 Grad hat: Seggiano (Olivastra Seggianese) 11 Grad, Villeperdrix (Tanche) 6 Grad, Castignano (Ascolana tenera) 11 Grad, Gualdo Tadino (Nostrale di Rigali, Orbetana) 9 Grad, Bucine (Morchiaio) 11 Grad. Und Stommeln? Immerhin 4 Grad. Und im Bordeaux, wo einige Winzer gerade die teilweise Umstellung von Weinbau (wg. Überproduktion) auf Oliven erwägen: Les Esseintes 8 Grad.

29. Januar 2026 Wie's aussieht, bleiben uns zweistellige Minusgrade auch in diesem Winter, wie schon 2024/25, erspart. Den Oliven ist das Wetter dennoch nicht freundlich gesinnt, wieder einmal feucht mit Temperaturen in Frostnähe. Auch bei den anderen Olivenstandorten in Deutschland sieht es ähnlich aus, nur Stommeln hat wieder ein bis zwei Grad mehr. Von meinen südlichen Referenzen kommt nur Villeperdrix in die Nähe unserer Oliven-Kalamitäten. Mit der Sorte Tanche, die bei mir durchaus Schwächen zeigt, vor allem Frostrisse. Was macht ihr dort auf 600 Metern Höhe das Überleben möglich? Allerdings waren die Bäume oberhalb von Villeperdrix lange nicht so stabil wie die weiter unten bei Nyons (250 Meter über dem Meer).

Als Reaktion auf das unangenehme Wetter zeigt nun auch die bislang vom Winter bemerkenswert ungerührt scheinende starke Aglandaou von 2021 Blattvergilbungen (Verweis auf Wurzelnässe?). Und die Blätter meiner wunderbaren Moufla sind teilweise übersät mit Pilzflecken, vermutlich Piombatura - die nebenbei auf Kupfer nicht so positiv (für den Olivenanbauer) reagiert wie Occhio di Pavone!

01. Februar 2026 Ausflug zum Olivenhain in Weinsberg. Gute, relativ windgeschützte, nach Süden offene Osthanglage im Rebengelände unterhalb der Burg Weibertreu. Die 30 Neupflanzungen von Ende März 2025 mit v.a. Leccio del Corno (13/19 Frosthärte nach der OLEADB.it) und Leccino (74/94) stehen gut da, es sind noch keine Frostrisse zu sehen. Je drei Buga (0/3) und Pendolino (4/27) wurden auch gepflanzt. Und Weinsberg ist in jedem Fall einen Ausflug wert!! Rosen- und Duftrundweg, Römerbad-Ruine anschaulich präsentiert, Kerner-Haus, Vinothek-Touristeninformation, Burg mit unvergleichlichem Café!

02. Februar 2026 Vormittag. Feuchter Schnee fällt, der allerdings bei 3 Grad plus nicht liegen bleibt. Vom gestern noch angekündigten Temperatursturz zur Monatsmitte ist heute nichts mehr zu sehen in den Wetterprognosen.

07. Februar 2026 Von einem anderen Olivenenthusiasten erfahre ich, dass seine zum Großteil am Baum verbliebene, überraschend hohe Olivenernte von 2025 (Leccino) inzwischen von den Amseln weitgehend aufgefressen sei. Meine Idee von den nach der Ausreifung am Baum fermentierten und getrockneten Oliven könnte daran ein Limit finden. Zudem habe ich heute eine vergessene Olive gepflückt, die in der Feuchtigkeit der vergangenen Tage leicht matschig geworden ist. Schmackhaft war sie nicht wirklich.

11. Februar 2026 Was für ein Winter! Oliven-Träume drohen nicht zu erfrieren, sondern zu ertrinken. Der Monsun hat das Olivenprojekt in Nepal beendet - allerdings im Sommer, nicht im Winter, mit noch mehr Stress für die Oliven durch Pilzkrankheiten. In Frankreich hat man historisch auf die "plantation en butte" gesetzt, um Regenwasser abzuleiten, wovon es in Frankreich im Winterhalbjahr auch eine Menge gibt. Mein erster Versuch damit wurde ja leider von den Mäusen beendet. Die haben sich in den Hügeln eingenistet und da ich Steine mit eingebaut hatte, war ihnen nicht beizukommen. Also nochmals probieren, ohne Steine dieses Mal. Gegen die Feuchtigkeit auf Blättern und Holz hilft allerdings die Plantation en butte nichts, nur gegen nasse Füße/Wurzeln.

26. Februar 2026 Gestern das große Vlies weggepackt. Darunter die Arbequinas sind weitgehend ohne Laub. Ansonsten sieht das Laub bei den Oliven überwiegend gut aus, auch die große Aglandaou hat die Blattvergilbung wieder wegbekommen.

Die ersten beiden Marienkäfer bei den Oliven und zahlreiche Gänseblümchen und Persische Ehrenpreise mit ihren Farben, Weiß und Blau. Heute erblüht dazu weiß das Schaumkraut am Wegrand. Und wunderschön öffnen sich die gelben Blüten der Kornelkirsche, was schon zahlreiche Insekten anlockt! Bei einem Nachbarn beginnt die Mandelblüte. 18 Grad betrug die Maximaltemperatur heute oben!

27. Februar 2026 Der Toskana-Rosmarin ist voll mit Marienkäfern! Seine dichten Nadeln bieten wohl guten Überwinterungsschutz. Hoffentlich finden die Käfer nun was zu fressen. Den Nektar der Rosmarin-Blüten? Das erste Tagpfauenauge schwirrt auch schon durchs Gelände.

03. März 2026 Ein farbenprächtiger Fasan rennt aus Mulchhaufennähe davon, als ich mit dem Fahrrad bei meiner Hütte ankomme. Überall sind nun auch blühende Taubnesseln zu sehen.

04. März 2026 Der Spruch "Im Märzen der Bauer" trifft den Sachverhalt in diesem Jahr bislang voll, abgesehen von den "Pferden". Sonnige, warme, trockene Tage - morgens und abends allerdings empfindlich kühl noch! Und ein Märzwinter droht nicht mehr. Heute habe ich zwei Oliven umgepflanzt, eine Bianchera von 2014 und eine Verzola von 2024. Die Bianchera hatte immer wieder harte Schäden erlitten, Frost, Rehbock, Wildschwein, Hundeverbiss, und war nur noch ein sparsamer, aber sehr gut durch den Winter gekommener Austrieb von 2024. Das Wurzelwerk war erstaunlich stark, mit einer Pfahlwurzel im Zentrum, die etwa den Durchmesser des verbliebenen Stammstummels von 2018 hatte! Sie wurde bedrängt vom üppig wuchernden Toskana-Rosmarin, weshalb ich sie am alten Platz wegnehmen wollte. Verzola stand in der Rahmenreihe mit den drei Arbequinas und hat sich so stark entwickelt, dass sie dort nicht glücklich werden konnte. Ich habe sie zu ihren drei Geschwistern im oberen, größeren Hain gestellt.

Im vergangenen Jahr in Italien (südliche Toskana, Umbrien, Marken) bekam ich von sehr sachkundiger Praktikerseite die Einschätzung, dass die Olivensorte keineswegs relevant sei für die Frosthärte, es vielmehr auf die Lage (Bodenfruchtbarkeit, Wärmespeicherung, Windschutz) und die Kronenform (Kompaktheit) ankomme. Dass es auf diese Faktoren AUCH ankomme, kann ich nach 18 Jahren experimenteller Erfahrung vollauf bestätigen! Verzola und Aglandaou zeig(t)en dies ganz deutlich im Vergleich oberer-unterer Hain. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Sortendifferenzen auch eine mitentscheidende Rolle spielen! Das erweist sich in beiden Hainen!

Ein Faktor ist noch unklar, der Einfluss früher Entwicklungserfahrungen auf die Oliven. Es wird ja empfohlen, Neupflanzen aus einer Baumschule zu beziehen, die in einer ähnlichen Klimazone liegt. Und durch Untersuchungen aus Albanien ist bekannt, dass unterschiedliche Sorten am gleichen Standort phänologisch größere Übereinstimmungen aufweisen können als die gleiche Sorte an verschiedenen Standorten. Wäre es also z.B. möglich, dass eine frostharte Sorte, die unter wenig herausfordernden Bedingungen im Blick auf Kälte, etwa in Süditalien oder im Gewächshaus, aufgezogen wird, Frosthärte verliert bzw. nicht entwickelt? Ich habe heute bei der Untersuchung des Leccinos von 2008, der 2021-2023 im Gewächshaus zur Erholung war, eine merkwürdige Beobachtung gemacht. Zwei ältere Äste haben in diesem Winter ihr Laub weitgehend behalten, während ein kräftiger jüngerer Trieb mit zahlreichen Seitenästen, der erst im Gewächshaus entstanden ist, sein Laub weitgehend verloren hat. Ich nahm an, dass es ein Unterlagenaustrieb war von einer anderen Edelsorte (nicht immer werden als Veredelungsgrundlage Wildoliven genommen) mit weniger Froststabilität. Ich habe den Trieb gekappt und musste feststellen, dass das Kambium geschädigt war, verbräunt. Ein typischer Frostschaden. Was ich auch feststellte: Welchen gigantischen Jahresring der Trieb im zweiten Gewächshausjahr angelegt hat! Ging das auf Kosten der Frosthärte? Habe ich da am Ende keinen Unterlagenaustrieb, sondern Leccino unter Gewächshausbedingungen vor mir?

06. März 2026 Herbe Enttäuschung bei näherer Untersuchung der drei Arbequinas von 2024 mit ersten Schnitten. Alle drei haben im Stamm zerstörtes Kambium. Die -8,6 im Dezember waren wohl zu viel für die jungen Pflanzen mit schwachem Holz. Traurig, nachdem sie gerade fast 100 Gramm Oliven gebracht hatten vergangenes Jahr! Ich kam mit meinem Frostschutz zu spät, bzw. es war zunächst der falsche, mit dem übergehängten Vlies, das vom Starkwind weggeblasen wurde. Auch zwei Tanche von 2024 zeigen erhebliche Schäden, bei einer kürze ich auch den Stamm, der braune Frostflecken hat und zerstörtes Kambium. Gleichfalls stark geschädigt ist auch eine neue Ghiacciola.

Habe auch ältere Oliven stark zurückgeschnitten, eine Ascolana dura und den großen Leccino reduziert auf einen Stamm (Ascolana) bzw. zwei Stämme (Leccino). Bodennahe starke Seitenäste habe ich gleichfalls weggenommen. Und eine dahinkümmernde Bouteillan wurde gekürzt auf 5 Zentimeter. Alle drei Exemplare sind von 2012.

07. März 2026 Entdecke am Abend unversehens starke Spannungsrisse bei der gerade umgepflanzten Verzola! Vermutlich eine Reaktion auf die extremen Temperaturunterschiede gerade zwischen warmen, sonnigen Tagen und frostiger Kühle Richtung Null Grad in den Nächten. Sehr ärgerlich, die hatte sich so gut entwickelt!

Von den 11 Neupflanzungen aus dem Jahr 2024 haben 8 erheblich gelitten: 3xArbequina, 2xTanche, 1xGhiacciola, 2xVerzola. Stabil mit Laub und ohne relevante Frostrisse verblieben sind (bislang) 2xOlivastra Seggianese (bestätigt die bisherigen positiven Erfahrungen), 1xTanche. Der Mai wirds zeigen ...

In Mengen tauchen Scharbockskraut-Blätter und auch ihre ersten intensiv gelben Blüten auf. Vitamin C wäre also wieder da.

09. März 2026 Die Maibeerenblüten knospen bei Honey Bee üppig! Die anderen beiden, Blue Velvet und Borealis, halten sich noch zurück, stehen aber auch schon gut da mit dem Blattwerk. Jetzt erst fällt mir auf, dass Borealis, "die Nördliche", bei mir auch die am nördlichsten sitzenden Varietät ist. Nettes Detail, auf das ich nicht bewußt geachtet hatte.

13. März 2026 Und nochmal eine Phase mit Kälte nicht nur nachts. Zu erwarten sind auch tagsüber wieder kühlere Temperaturen, unter 10 Grad. Ich fürchte um die schon schön geröteten Granatapfelknospen! Die Pfirsichblüte steht auf dem Sprung, verzögert sich aber. Die alte Feige bei den Oliven hat Frostschäden an Triebspitzen und teilweise auch an jüngerem Holz. Weit mehr als im vergangenen Jahr.

Die ersten Weinbergträubel lassen sich blicken. Und die beiden anderen Maibeersorten, Borealis und Blue Velvet, zeigen ihre Blütenknospen, Borealis schon teilweise leicht offen.

Ich mache weiter mit dem strengeren Olivenschnitt, die drei Moufla von 2013 habe ich erheblich reduziert, vor allem die schwächste mit sehr viel kümmerlichem Holz. Mal schauen, ob nun Bodenaustriebe kommen. Ich vermute ja, dass sie wurzelecht sind. Am geschnittenen Material kann ich sehen, dass nicht jeder braune Frostfleck durchgeht bis zum Kambium. Oft sitzen die nur auf/in der grauen Rinde.

15. März 2026 Die kühlen Nächte haben wieder zu Blattvergilbungen bei den Oliven geführt.